Johann Gregor

Eisenbahner. Widerstandskämpfer gegen das NS-Regime. Hingerichtet.

* 1907    † 1943

 

Lebenslauf

Johann Gregor wurde am 23.1.1907 in Ebersdorf (Steiermark) geboren. Er arbeitete als Schweißer und Eisenbahner. Er war Mitglied der sozialdemokratischen Arbeiterpartei Österreich.

Hilfestellung für Putschisten, aktiv für die "Rote Hilfe"

Nach dem Juliputsch (1934) der Nazis verhalf Johann Gregor Putschisten zur Flucht. Nach 1938 war er Mitglied in diversen NS-Organisationen, ab 1941 für die "Rote Hilfe" aktiv.

Widerstand, Verhaftung, Todesurteil

Am 28. 7. 1942 wurde Johann Gregor verhaftet, und am 17. 2. 1943 in Graz gemeinsam mit Franz Seifried (hingerichtet) und Franz Lackmaier (stirbt vor der Hinrichtung) zum Tode verurteilt. Am 1.7.1943 wurde er im Landesgericht I in Wien hingerichtet.

Aus dem Urteil

„Im Gegensatz zu Lackmaier kam Gregor der Aufforderung des Seifried, Mitglieder anzuwerben, nach und gewann im August 1941 den Tischler Otto Maxrieser und den Tischlergehilfen Johann Kyslik und im November 1941 den Ausbinder Ignatz Kühberger. Er kassierte diese auch ab und führte so einschließlich seines Beitrages seit August 1941 monatlich 3. – RM und seit der Jahreswende 1941/42 monatlich 4. – RM an Lackmaier ab.“

Denkmal und Gedenkstein

Sein Name steht auf dem 1953 vom KZ-Verband in Knittelfeld (Bahnhofplatz 2-3) gestifteten Denkmal (Entwurf: F. Cremer u. M. Schütte-Lihotzky), ebenso auf dem 1953 enthüllten Gedenkstein in Knittelfeld.

Gedenkort - Landesgericht für Strafsachen Wien

Im ehemaligen Hinrichtungsraum des Landesgericht für Strafsachen Wien findet sich sein Name auf einer der Gedenktafeln.

Quellen und Bildnachweise

  • Porträtbild und Texte aus Willi Weinert, "Mich könnt ihr löschen, aber nicht das Feuer". 4. Auflage Wiener Stern Verlag, 2017
  • Bild Fallbeil/Guillotine: Leihgeber Kurt Brazda
  • Spezielle Bildrechte bei Anklicken des Bildes
  • Alle anderen Bilder: Privatbesitz / Verein Zur Erinnerung

Porträt erstellt von Jürgen Heimlich, Verein Zur Erinnerung, auf Basis der angegebenen Quellen

Weiterführende Informationen

  • DÖW Katalog zur permanenten Ausstellung. Hg. v. Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstands, Wien 2006
  • Wolfgang Neugebauer, Der österreichische Widerstand 1938-1945, Wien 2008
  • Die Geschichte des Grauen Hauses und die österreichische Gerichtsbarkeit, Wien 2012
  • DÖW (Hg.) Widerstand und Verfolgungen in den österreichischen Bundesländern (Wien, Burgenland, Oberösterreich, Tirol, Niederösterreich, Salzburg), Wien 1975-1991
  • Heinz Arnberger, Claudia Kuretsidis-Haider (Hg.) Gedenken und Mahnen in Niederösterreich. Erinnerungszeichen zu Widerstand und Verfolgung, Exil, Befreiung, Wien 2011
  • Brigitte Bailer, Wolfgang Maderthaner, Kurt Scholz (Hg.), „Die Vollstreckung verlief ohne Besonderheiten“, Wien
  • Herbert Steiner, Gestorben für Österreich. Widerstand gegen Hitler. Eine Dokumentation, Wien 1995
  • Herber Steiner, Zum Tode verurteilt: Österreicher gegen Hitler. Eine Dokumentation, Wien 1964
  • Willi Weinert, „Mich könnt ihr löschen, aber nicht das Feuer“. Biografien der im Wiener Landesgericht hingerichteten WiderstandskämpferInnen gegen das NS-Regime. Ein Führer durch die Gruppe 40 am Wiener Zentralfriedhof. 4. Auflage Wiener Stern Verlag 2017
  • Lisl Rizi, Willi Weinert, „Mein Kopf wird euch auch nicht retten“. Korrespondenzen österreichischer WiderstandskämpferInnen aus der Haft. 4 Bände. Wiener Stern Verlag 2016

Web-Hinweise


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